Ursprünglich veröffentlicht von Vectors of Mind.
In der heutigen Folge ist David Stillwell zu Gast, Professor für computergestützte Sozialwissenschaften an der Universität Cambridge, der Big Data nutzt, um die Psychologie zu verstehen.
Vor einigen Jahren kreuzten sich unsere Wege aufgrund Professor Stillwells bahnbrechender Arbeit am Datensatz MyPersonality. Dieser besteht aus Facebook-Statusmeldungen und Persönlichkeitsdaten von Millionen Studienteilnehmern, die er Forschenden zur Verfügung stellte. Dutzende Forschende nutzten ihn, um zu verstehen, wie sich Menschen online verhalten und was dies über andere Bereiche ihres Lebens verrät. Seine Forschung war maßgeblich daran beteiligt, die Richtlinien für den Umgang mit Nutzerdaten zu verschärfen.
Meine erste Arbeit als Erstautor nutzte diesen Datensatz, um unter anderem die Persönlichkeit im Big-Five-Modell anhand von Statusmeldungen vorherzusagen. Falls Ihnen das bekannt vorkommt, liegt das daran, dass die Marketingfirma Cambridge Analytica Modelle entwickelte, die mithilfe eines ähnlichen Datensatzes dasselbe tun sollten. Sie behauptete – fälschlicherweise –, dies verschaffe ihr einen Vorteil dabei, die Meinung von Wählern zu verändern. Anstatt dies als großspurige Äußerung einer Marketingfirma abzutun, machten politische Journalisten daraus einen internationalen Skandal. Der Guardian brachte die Geschichte ans Licht: ‘I made Steve Bannon’s psychological warfare tool’: meet the data war whistleblower. Die übrige Berichterstattung können Sie in den übersichtlich zusammengestellten Cambridge Analytica Files nachlesen, wo berichtet wird, dass innerhalb von zwei Tagen nach Bekanntwerden der Nachricht „fast 60 Milliarden US-Dollar von der Marktkapitalisierung von Facebook verschwunden waren.“
Vergleichen Sie dies damit, wie der Guardian mit Obamas fragwürdigem Einsatz von Facebook-Daten umging:
Obama, Facebook and the power of friendship: Eine einheitliche Computerdatenbank, die Informationen über Millionen potenzieller Wähler sammelt und verfeinert, steht an der Spitze der Wahlkampftechnologie – und könnte der Schlüssel zu einem Sieg Obamas sein
Es gab zahlreiche gute Berichte, die den über Facebook, Cambridge Analytica und die Trump-Kampagne verbreiteten Fehlinformationen entgegentraten. Dies ist eine Gelegenheit, zwei Forschenden zuzuhören, die ein tiefes Verständnis der aufgestellten Behauptungen haben und deren Forschungsprogramme aufgrund der Medienberichterstattung erheblich verändert wurden.
Zusammenfassung von ChatGPT:
- MyPersonality-Datensatz: Der Datensatz ging aus einer von Stillwell entwickelten Facebook-App hervor, mit der Nutzer einen Persönlichkeitstest absolvieren und ihre Ergebnisse teilen konnten. Dadurch entstand eine ergiebige Datenquelle für die psychologische Forschung.
- Verbindung zu Cambridge Analytica: Stillwell stellt klar, dass Cambridge Analytica zwar von seiner Forschung inspiriert wurde, jedoch eigene Modelle und Daten entwickelte. Er spricht über die Einzelheiten, wie das Unternehmen an ihn herantrat, und über seine letztliche Entscheidung, nicht mit ihm zusammenzuarbeiten.
- Vorhersagekraft von Daten aus sozialen Medien: Sie und Stillwell erörtern die Vorhersagefähigkeiten von Daten aus sozialen Medien, insbesondere im Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen und anderen sensiblen Attributen. Das Gespräch berührt auch die Grenzen und ethischen Bedenken, die damit verbunden sind.
- Auswirkungen des Cambridge-Analytica-Skandals: Der Skandal hatte erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung und die Ausrichtung Ihrer Forschung, da der Fokus aufgrund der Kontroverse von Daten aus sozialen Medien wegverlagert wurde.
- Psychologie und Vorhersagemodelle: Es wird untersucht, inwieweit psychologische Modelle wie die Big Five in der Lage sind, Verhalten vorherzusagen, und wie maschinelles Lernen und computergestützte Modelle differenziertere Einsichten ermöglichen könnten.
- Zukünftige Richtungen der psychologischen Forschung: Das Gespräch wendet sich dem Potenzial von Sprache als reichhaltiger Datenquelle zum Verständnis von Persönlichkeit und Verhalten zu und betont die Notwendigkeit eines feingranulareren Ansatzes, der über traditionelle Modelle hinausgeht.
- Ethische und praktische Erwägungen: Das Gespräch hebt das notwendige Gleichgewicht bei der Nutzung von Big Data für psychologische Erkenntnisse hervor und berücksichtigt dabei ethische Implikationen, Datenschutzbedenken und den praktischen Nutzen solcher Forschung.
