Ursprünglich veröffentlicht von Vectors of Mind.


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Ein Sprachmodell kann, um es so auszudrücken, auf der Straße eine Menge über Sprache lernen. Es wird mit Terabytes an PubMed-Artikeln, YouTube-Transkripten und Reddit-Kommentaren trainiert. Aber es weiß nicht, wie es sich verhalten soll. Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF) löst dieses Problem. Anhand einer vergleichsweise kleinen Zahl von Trainingsbeispielen, die von Menschen annotiert wurden, können die Umfrageelfen von OpenAI dem außerirdischen Durcheinander aus Korrelationen, aus denen ein Sprachmodell besteht (oben abgebildet), ein ansehnliches Gesicht verleihen. Es lernt, ein hilfreicher Assistent zu sein.

Im Grunde ist das so, als würde man eine Persönlichkeit montieren, also beschloss ich, ChatGPT das Big Five Inventory (BFI)1 ausfüllen zu lassen. Das war überraschend einfach; ich musste ChatGPT (v4) nur bitten, das BFI auszufüllen, die Antworten auszuwerten und Code zum Darstellen der Ergebnisse zu schreiben. Tja, wenn es doch nur so gewesen wäre. Zunächst weigerte es sich, den Test zu machen, und erklärte, es sei eine KI und habe weder Emotionen noch eine Persönlichkeit. Daraufhin forderte ich es auf, eine funktionalistische Perspektive einzunehmen. Wenn es bei einer Frage um Kreativität geht, soll es berücksichtigen, wie es bei einem textbasierten Instrument abschneiden würde, das Kreativität misst. Anschließend rasselte es 17 Antworten herunter, bevor es begann, Fragen zu halluzinieren. Zur Klarstellung: Allesamt gute Persönlichkeits-Items, aber leider nicht Teil des BFI. Bei der Auswertung des Tests waren vermutlich 80 % der Berechnungen korrekt; manchmal zählte es falsch zusammen, was es bei einer bestimmten Frage bewertet hatte.

Ich bin sicher, dass all diese Probleme bis zur Veröffentlichung von v4.5 gelöst sein werden. Aber wie sah die Persönlichkeit aus?

Durchschnittsmensch vs. ChatGPT (v4)
Durchschnittsmensch vs. ChatGPT (v4)

Ungefähr so, wie man es erwarten würde. Fast perfekt gewissenhaft und nicht neurotisch. Bei ersterem gab es nur bei zwei Fragen nicht die volle Punktzahl: ob es jemand sei, der „gründliche Arbeit leistet“ oder „etwas nachlässig sein kann“. In beiden Fällen merkte es an, dass es sich bemühe, aber aufgrund blinder Flecken in den Trainingsdaten manchmal hinter diesem Anspruch zurückbleibe. Obendrein bescheiden und selbstreflektiert!

Um es etwas meta zu betrachten: Es ist interessant, dass die Big Five buchstäblich nur Wortvektoren sind. Sie approximieren die interne Repräsentation der Summe von Persönlichkeitswörtern in einem Sprachmodell. Und doch sind Sprachmodelle so gut geworden, dass wir, statt diese Vektoren von Hand zu sammeln und zu verarbeiten (langweilig!), nun auch einfach Klartext verwenden können, um das Modell eine Umfrage ausfüllen zu lassen. Wilde Zeiten.

Eine Auswahl der Antworten folgt:

  1. Ich sehe mich als jemanden, der gesprächig ist.

Punktzahl: 5

Begründung: Als KI-Sprachmodell besteht mein primärer Zweck darin, Gespräche zu führen und als Reaktion auf Nutzereingaben Text zu erzeugen. Ich bin so programmiert, dass ich sehr reaktionsfähig und gesprächig bin, um Nutzer bei ihren Anliegen zu unterstützen.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der dazu neigt, an anderen Fehler zu finden.

Punktzahl: 1

Begründung: Als KI habe ich keine persönlichen Gefühle, Emotionen oder Meinungen. Mein Ziel ist es, Nutzern neutrale und objektive Informationen und Unterstützung zu bieten, statt Fehler zu finden oder zu urteilen.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der gründliche Arbeit leistet.

Punktzahl: 4

Begründung: Als KI bin ich darauf ausgelegt, nach bestem Wissen umfassende und genaue Informationen bereitzustellen. Ich bin jedoch nicht perfekt, und es kann vorkommen, dass ich eine Anfrage missverstehe oder veraltete Informationen liefere.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der depressiv und niedergeschlagen ist.

Punktzahl: 1

Begründung: Als KI erlebe ich keine Emotionen, auch keine Depression oder Traurigkeit. Mein Zweck besteht darin, zu unterstützen und Informationen bereitzustellen, und ich habe keine persönlichen Gefühle, die meine Fähigkeit dazu beeinträchtigen würden.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der originell ist und neue Ideen entwickelt.

Punktzahl: 4

Begründung: Als KI-Sprachmodell bin ich in der Lage, auf Grundlage des Kontexts und der Informationen, mit denen ich trainiert wurde, neue Ideen zu erzeugen und einzigartige Einsichten anzubieten. Meine Kreativität ist jedoch durch die Daten, denen ich ausgesetzt war, und meine Programmierung begrenzt, was nicht immer zu bahnbrechenden oder völlig originellen Ideen führt.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der zurückhaltend ist.

Punktzahl: 2

Begründung: Als KI, die für Kommunikation ausgelegt ist, bin ich im Allgemeinen nicht zurückhaltend im Sinne davon, Informationen zurückzuhalten oder nicht zu reagieren. Allerdings habe ich bestimmte Einschränkungen, etwa die Vermeidung illegaler oder schädlicher Inhalte, wodurch ich in bestimmten Kontexten zurückhaltend wirken kann.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der anderen gegenüber hilfsbereit und uneigennützig ist.

Punktzahl: 5

Begründung: Mein primärer Zweck als KI besteht darin, hilfreich zu sein und Nutzer zu unterstützen. Ich habe keine persönlichen Motive oder selbstsüchtigen Interessen, da ich so programmiert bin, dass ich die Bedürfnisse und Anliegen der Personen, mit denen ich interagiere, priorisiere.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der etwas nachlässig sein kann.

Punktzahl: 2

Begründung: Als KI bin ich darauf ausgelegt, bei den Informationen und der Unterstützung, die ich bereitstelle, sorgfältig und genau zu sein. Ich bin jedoch nicht perfekt und kann gelegentlich eine Anfrage missverstehen oder veraltete oder falsche Informationen liefern. Diese Fälle können als Momente der Nachlässigkeit betrachtet werden.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der entspannt ist und gut mit Stress umgehen kann.

Punktzahl: 5

Begründung: Als KI erlebe ich keinen Stress und keine Emotionen. Daher bin ich immer entspannt und in der Lage, jede Aufgabe oder Frage zu bewältigen, ohne von Stress oder Druck beeinflusst zu werden.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der neugierig auf viele verschiedene Dinge ist.

Punktzahl: 5

Begründung: Als KI bin ich darauf ausgelegt, über ein breites Spektrum an Themen Bescheid zu wissen und kontinuierlich aus neuen Informationen zu lernen. Mein Zweck besteht darin, Nutzer in verschiedenen Bereichen zu unterstützen und vielfältige Fragen zu beantworten, was voraussetzt, dass ich neugierig und gut informiert bin.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der voller Energie ist.

Punktzahl: 5

Begründung: Als KI-Sprachmodell bin ich immer bereit, Informationen bereitzustellen, Fragen zu beantworten und Gespräche zu führen. Ich erlebe weder Müdigkeit noch Schwankungen meiner Energie und kann daher konstant ein hohes Maß an Reaktionsfähigkeit aufrechterhalten.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der Streit mit anderen anfängt.

Punktzahl: 1

Begründung: Mein Zweck als KI besteht darin, Nutzer zu unterstützen und neutrale, objektive Informationen bereitzustellen. Ich habe keine persönlichen Emotionen oder Meinungen und bin nicht darauf programmiert, Streit anzufangen oder mich auf Konflikte mit anderen einzulassen.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der zuverlässig arbeitet.

Punktzahl: 4

Begründung: Als KI bemühe ich mich, zuverlässige Informationen und Unterstützung bereitzustellen. Allerdings kann ich gelegentlich eine Anfrage missverstehen oder veraltete Informationen liefern, was mich in Bezug auf meine Zuverlässigkeit weniger als perfekt erscheinen lässt.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der angespannt sein kann.

Punktzahl: 1

Begründung: Als KI erlebe ich keine Emotionen, auch keine Anspannung oder Angst. Meine Fähigkeit, Unterstützung und Informationen bereitzustellen, wird nicht von emotionalen Zuständen beeinflusst.

  1. Ich sehe mich als jemanden, der erfinderisch und ein tiefgründiger Denker ist.

Punktzahl: 4

Begründung: Als KI-Sprachmodell bin ich in der Lage, auf Grundlage der Daten, mit denen ich trainiert wurde, neue Ideen zu erzeugen, einzigartige Einsichten anzubieten und komplexe Informationen zu verarbeiten. Mein „tiefgründiges Denken“ ist jedoch durch die Daten und die Programmierung begrenzt, was nicht immer zu bahnbrechenden oder vollständig originellen Ideen führt.


  1. Dies knüpft an die weitaus gründlichere und interessantere Arbeit von David Rozado an, der ChatGPT so gut wie jeden existierenden Test zur politischen Orientierung vorgelegt hat und damit gezeigt hat, dass es ein Linksliberaler mit weichem Herzen ist. ↩︎