Ursprünglich veröffentlicht von Vectors of Mind.
In dieser Folge beantworte ich einige Fragen eines Lesers. Viel Freude mit den Shownotes, die bei der Besprechung bestimmter Kunstwerke hilfreich sind.
1. Wer schuf die Venusfigurinen, Männer oder Frauen?#
![Bestattungen, Artefakte und Statuetten von Mal’ta.[9]](https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BEcq!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe3f2c568-ae8b-4d71-bed7-fe2ef2c53c5b_2560x1613.png)
- Historische Sichtweise (18. Jahrhundert): Männer schufen diese Figurinen als erotische Objekte.
- Feministische Neuinterpretationen (1970er-Jahre): Sie wurden als Symbole einer von Frauen geschaffenen Muttergöttin vorgeschlagen.
- Wandel in der Darstellung: 95 % der menschlichen Figuren in der Kunst (vor 40.000–10.000 Jahren) stellten Frauen dar.
- Diskussion darüber, warum die moderne Kunst und selbst die Pornografie typischerweise vielfältigere Darstellungen aufweisen, im Gegensatz zu den antiken Tendenzen.
2. Warum würden Männer Frauen ihre rituellen Riten stehlen?#
Häufiges historisches Muster: Patriarchale Gesellschaften übernahmen oder beseitigten matriarchale Geheimgesellschaften.
Globale Mythen: Beispiele umfassen den Mythos aus Taiwan (die Rebellion der Männer gegen die Frauen).
Matriarchale Elemente blieben in Traditionen bestehen, etwa bei Hexen, alten Bierrezepten und dem Schlangengift-Antivenin der Hopi-Frauen.
Bachofens Theorie vorhersehbarer Übergänge vom Matriarchat zum Patriarchat.
Verbreitete sich der Schlangenkult patriarchalisch oder matriarchalisch?
- Matriarchaler Ursprungsmythos (die Djangawal-Schwestern, Nordaustralien).
- In Mythen dokumentierte patriarchale Transformationen, etwa die Verkürzung der Genitalien von Frauen.
- Baiame, der Himmelsvater in Ostaustralien.
Unten sehen Sie die Große Göttin in Nordaustralien, gezeichnet an dem Ort und zu der Zeit, als Proto-Australisch erstmals gesprochen wurde. Einigen Mythen zufolge kam sie in einem Kanu an und begründete das Gesetz, die Sprache und die mit den Mythen der Traumzeit verbundenen Initiationen.

Vergleichen Sie diese Darstellung mit Baiame in Ostaustralien, wo ein Himmelsvater verehrt wird. Er ist in derselben Pose und im Röntgenstil gezeichnet.

Okay, noch eines. Wenn Sie dem Link zum Wikiartikel über Kunst im Röntgenstil folgen, wird dort dieses Bild als Inbegriff verwendet:

Dies ist eine männliche Figur der Traumzeit, wiederum aus dem Norden. Die Ähnlichkeiten mit Baiame sind gut belegt. Im Osten jedoch dominiert der Himmelsvater; eine Große Göttin gibt es nicht. Vielleicht war der Schlangenkult bereits von Männern dominiert, als er sich dorthin verbreitete. Oder vielleicht verbreitete er sich als Matriarchat, doch der Umsturz war in manchen Gebieten vollständiger.
3. Wie lässt sich das mit der zentralen Rolle der Frauen in Eleusis vereinbaren?#
- Eva wurde in einer patriarchalen Polemik von einer Göttin herabgestuft, wird aber weiterhin „Mutter aller Lebenden“ genannt. Im weltlichen Bereich galt für die Zugehörigkeit als Jude die matrilineare Abstammung.
- Bachofens Analyse früher griechischer Rechtsdokumente und Friedhöfe.
4. Katalysierte Schlangengift die Evolution der Säugetiere?#
- Der Aufsatz „Monkeying Around with Venom“ demonstriert die evolutionäre Anpassung an Schlangengift, insbesondere beim Menschen und bei Menschenaffen. PBS Eons bietet auf YouTube eine hervorragende Erklärung.
- Gift führte in erster Linie zu physiologischen Anpassungen (Resistenz gegen Lähmung) und nicht zu kognitiven.
- Andere Tiere stehen nicht an der Schwelle zur Rekursion.
5. Ist „Ich“ ein Mem, das als Input/Output einer separaten, allgemeinen rekursiven Funktion dient, oder ist es die Funktion selbst? Falls Ersteres zutrifft: Wann und wie entwickelte es sich?#
- „Ich“ ist wahrscheinlich eine Teilmenge und nicht das erste Vorkommen rekursiven Denkens.
- Der Schlangenkult verbreitete das Konzept des „Ich“ möglicherweise vor etwa 15.000 Jahren weltweit.
- Die Belege aus den Mythen fallen mit dem Aufkommen symbolischen Denkens und des Selbstbewusstseins vor etwa 10.000 Jahren zusammen (Genesis-, Traumzeit- sowie Nuwa-und-Fuxi-Mythen).
6. Persönliche Auswirkungen der Memetik auf die Spiritualität#
- Ursprünglich agnostisch/atheistisch, bleibt die Theorie mit dem Materialismus vereinbar.
- Eine Hinwendung zum Idealismus, beeinflusst durch die erneute Beschäftigung mit dem Neuen Testament, insbesondere dem Johannesevangelium.
